> Arbeitgeberverband > Jurist. Fragen > Arbeitsunfälle: Unternehmensverantwortung

Arbeitsunfälle: Unternehmensverantwortung

Das Ende eines Privilegs

WARNUNG !
Auf den 1. Januar 2003 erhöht sich die Haftung der Unternehmungen bei beruflichen Unfällen merklich. Bisher konnte der Arbeitgeber für einen nicht gedeckten Berufsunfall nicht haftbar gemacht werden, ausser dieser wäre durch ihn, bzw. absichtlich begünstigt oder durch grobe Fahrlässigkeit verursacht worden. Durch die Aufhebung dieses Privilegs ändert sich die Lage des Unternehmers grundlegend. Er wird neuerdings bereits dann zur Rechenschaft gezogen und muss die Konsequenzen jedes Berufsunfalles tragen, wenn ihm auch nur eine geringe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann.
Zur Verhinderung von Un-annehmlichkeiten dieser Art empfehlen wir Ihnen, mit Ihrem Versicherer Verbindung aufzunehmen und eventuelle Versicherungs-lücken zusätzlich abzu-decken. Gemäss unseren, jedoch nur informell eingeholten Auskünften, wären die Versicherungsgesellschaften dieses Jahr damit einverstanden, dieses zu-sätzliche Risiko zu gewährleisten. Eine entsprechende Analyse zur Abklärung ob eine eventuelle Prämienanpassung für diese neue Verfügung vorzusehen ist wird nach einem ersten Betriebsjahr ausgearbeitet.
Es ist deshalb wichtig, die Branchenlösung anzuwenden und eine gewisse Kultur betreffend Sicherheit in die Unternehmungen zu integrieren. Wenn Sie sich im Schadensfalle entlasten wollen, müssen Sie den Beweis erbringen, dass Sie Ihre Arbeitnehmer im Vergleich zur auszuführenden Arbeit gut ausgesucht, korrekt überwacht und ausgebildet haben. Ein noch so leichter Verstoss Ihrerseits könnte eine Schadensersatzklage nach sich ziehen. Es könnten Ihnen z.B. 20% des nicht durch die SUVA abgedeckten Lohnes sowie eine angemessene Geldsumme als Genugtuung verlangt werden.