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Kampf gegen Schwarzarbeit: Aktivierung der ersten elektronischen Ausweise im Wallis

PRESSEMITTEILUNG

Der Walliser Baumeisterverband (WBV) hat heute Morgen die ersten elektronischen Ausweise des Kantons präsentiert, mit denen die 15 in zwei Betrieben der Region Sitten tätigen Arbeiter ausgestattet sind. Anhand dieser Berufskarte kann überprüft werden, ob ein Arbeiter einen Arbeitsvertrag besitzt und ihre Sozialabgaben bezahlt wurden. Rund fünfzig Walliser Unternehmen haben sich bereits freiwillig verpflichtet, ihre Arbeiter mit diesem Instrument zur Bekämpfung illegaler Beschäftigung und unlauteren Wettbewerbs auszurüsten.

Praktisch versorgt der WBV nunmehr Unternehmen auf Anfrage mit einem fälschungssicheren Ausweis für jeden Arbeitnehmer. Letzterer ist gehalten, diese Karte bei der Arbeit stets mit sich zu führen. Der persönliche Ausweis umfasst die Identität des Arbeiters sowie einen QR-Code. Wird er mit Hilfe eines Smartphones gescannt, greifen die Kontrolleure der paritätischen Kommissionen und die Arbeitsinspektoren auf die persönlichen Daten und das Foto des Arbeiters zu. Sie können umgehend überprüfen, ob die Sozialabgaben des Arbeitnehmers bezahlt wurden und ob dieser einen Arbeitsvertrag hat. Die Kontrollen erfolgen mit Hilfe einer sicheren Anwendung namens „CERBER“, die mit einer bankartigen Authentifizierung ausgestattet ist, sodass der Datenschutz gewährleistet ist.

Mit dem Ausweis, der derzeit noch auf freiwilliger Basis eingesetzt wird, lassen sich Verstösse gegen das Arbeitsgesetz und das Ausländergesetz, die Nichteinhaltung der NAV und Sicherheitsmängel aufdecken. Es steht enorm viel auf dem Spiel, da die Schwarzarbeit im Wallis jährlich finanzielle Verluste von schätzungsweise 1,2 Milliarden Franken bei den Steuereinnahmen und den Sozialversicherungen verursacht. Zudem schadet sie den qualifizierten Fachkräften und beeinträchtigt das Ansehen der Branche, da die Qualität der Arbeit oftmals zu wünschen übrig lässt.

Ferner bietet die Berufskarte dem Staat als Bauherrn und auch den Unternehmern gegenüber ihren Subunternehmern die Möglichkeit, ihre Partner zu kontrollieren und somit die ihnen gesetzlich auferlegte Verantwortung zu erfüllen.

Bisher haben sich rund fünfzig Unternehmen im Kanton freiwillig zur Teilnahme an diesem Projekt verpflichtet und die Anpassungen, die für die Einführung dieses neuen Instruments zur Bekämpfung illegaler Beschäftigung erforderlich sind, vorgenommen.

Am Ende verbindlich

Unterstützt von den Sozialpartnern beabsichtigt der WBV, den Ausweis in naher Zukunft verbindlich einzuführen. Idealerweise sollte die Massnahme, verbunden mit gewissen Kriterien, in die Bundesgesetzgebung aufgenommen werden. Sollte sich das als unmöglich erweisen, dann könnte die Baubranche das Prinzip in ihren allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrag integrieren. Eine Verankerung in der kantonalen Gesetzgebung könnte damit einhergehen.

Das Walliser System fusst auf dem Modell, das im Kanton Waadt und teilweise auch in Freiburg bereits genutzt wird. Die 7 Westschweizer Sektionen des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) haben beschlossen, die Berufskarte 2017 einzuführen, was im Wallis nun erfolgt ist.

Sitten, 2. November 2017

Kontaktperson

Serge Métrailler, Direktor des WBV, 079 794 66 34

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