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Schlechtwetterentschädigungen

Voraussetzungen und Modalitäten zum Einreichen der Anträge

Welche Sektoren sind betroffen ?

 

Gemäss Gesetz haben nur gewisse Erwerbszweige Anrecht auf Entschädigung für den Fall einer Arbeitsunterbrechung aufgrund meteorologischer Verhältnisse:

  • Hoch- und Tiefbau, Zimmerei-, Steinhauer- und Steinbruchgewerbe;
  • Sand- und Kiesgewinnung;
  • Geleise- und Freileitungsbau;
  • Landschaftsgartenbau;
  • Waldwirtschaft, Baumschulen und Torfabbau;
  • Ausbeutung von Lehmgruben sowie Ziegelei;
  • Berufsfischerei;
  • Transport von Aushub und Baumaterial von und zu Baustellen oder Abtransport von Sand oder Kies von der Abbaustelle;
  • Sägerei;
  • Reb-, Pflanzen-, Obst- und Gemüsebaubetriebe bei aussergewöhnlicher Trockenheit oder Nässe.

Wann wird der Arbeitsverlust berücksichtigt?

 

Insbesondere folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Schlechtwetterentschädigungen zu erhalten:

  • Der Arbeitsverlust muss ausschliesslich auf die meteorologischen Bedingungen zurückzuführen sein;
  • trotz genügender Schutzmassnahmen ist die Weiterarbeit technisch unmöglich, verursacht unverhältnismässig hohe Kosten oder darf von den Arbeitnehmern nicht verlangt werden;
  • der Arbeitsunterbruch muss mindestens einen halben Tag dauern (Art. 43 AVIG).

Wer hat Anrecht auf Entschädigung?

 

Anrecht auf Schlechtwetterentschädigung haben die Arbeitnehmer, welche:

  • AHV beitragspflichtig sind oder noch nicht das Mindestalter für die AHV-Beitragspflicht erreicht haben;
  • einen Arbeitsverlust erleiden, der berücksichtigt werden muss.

Kein Anrecht auf Schlechtwetterentschädigung haben:

  • Arbeitnehmer, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist;
  • der im Betrieb mitarbeitende Ehepartner des Arbeitgebers;
  • Personen, die in ihrer Eigenschaft als Teilhaber, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglied eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre im Betrieb mitarbeitenden Ehepartner;
  • Arbeitnehmer, die von einer Temporärfirma angestellt sind;
  • Arbeitnehmer, die von einem anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.

Meldeverfahren für den Arbeitgeber

 

MELDEN

Der Arbeitgeber muss den wetterbedingten Ausfall für eine einzige Baustelle

oder für mehrere Baustellen 

spätestens am 5. Tag des folgenden Kalendermonats melden.

 

ANTRAG STELLEN

Die entsprechenden Formulare benutzen : 

HANDELN

Der Arbeitgeber muss:

  • den Arbeitnehmern am ordentlichen Zahlungstermin mindestens 80% des Verdienstausfalls auszahlen;
  • die Entschädigung während der Karenzfrist von 2 Tagen übernehmen (die Wartefrist darf nicht zulasten der Arbeitnehmer gehen);
  • weiterhin die vollen gesetzlichen und vertraglich vereinbarten Sozialversicherungsbeiträge bezahlen;
  • der Arbeitslosenkasse sämtliche zur Berechnung der Entschädigung benötigten Informationen liefern.

Informationen

 

Dokumente