
Der Walliser Immobilienpark, der mehrheitlich aus älteren Gebäuden besteht, beinhaltet ein grosses Potenzial für Energiesparmassnahmen. Die Herausforderungen sind bekannt: veraltete Wärmedämmungen, alte Heizsysteme, Wärmebrücken. Aber viele Eigentümer wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Hier kann das neue kantonale Zentrum als zentrale Anlaufstelle Unterstützung anbieten.
Konkret stellt dieses auf Initiative des Kantons geschaffene Zentrum den Eigentümern eine unabhängige Beratung zur Verfügung. Spezialistinnen und Spezialisten helfen bei der Identifizierung der Bedürfnisse, beim Festlegen der Sanierungsschritte und bei der Suche nach finanzieller Unterstützung (kantonale und kommunale Subventionen, nationale Förderprogramme). Ziel ist es, den Zugang zu Informationen zu vereinfachen und Projekte sowohl technisch als auch finanziell umsetzbar und sinnvoll zu gestalten.
«Sehr oft verzichten die Eigentümer auf Sanierungen, weil sie nicht wissen, an wen sie sich wenden können, oder weil sie vor versteckten Kosten Angst haben», erklärt José Zufferey, Präsident von SIA Wallis. «Mit dieser neuen Struktur sollen Hindernisse abgebaut und konkrete, an die lokale Realität angepasste Lösungen angeboten werden. Das Hauptziel besteht in einer Beschleunigung des Prozesses, da gegenwärtig im Wallis jährlich nur rund 1 % der Gebäude saniert werden.»
Professionelle, kommunale und kantonale Koordination
Die Unternehmen erhalten mit dieser neuen Struktur die Möglichkeit, ihre beruflichen Kompetenzen in diesem Bereich zu stärken. Angeboten werden Schulungen, Austausch über die gute Praxis, Transfer von Know-how und technische Unterstützung.
Neben diesem Hebel im Bereich der Weiterbildung umfasst die auf Fachleute ausgerichtete Vision auch eine Koordinationskomponente zwischen den Akteuren der Energieberatung im gesamten Gebiet. Ziel ist es, ihr Wissen zu vereinheitlichen und Ressourcen zu bündeln, um eine flächendeckende und gerechte Versorgung im gesamten Walliser Kantonsgebiet zu gewährleisten.
Auch die öffentlichen Organe sind involviert, um den Gemeinden, dem Kanton, den Institutionen und den Verbänden eine strategische Schnittstelle anzubieten, die ihnen innerhalb einer gemeinsamen Führung die Weiterentwicklung ermöglicht.
Ankurbelung der lokalen Wirtschaft und der Nachhaltigkeit
Abgesehen von den Dienstleistungen für die Eigentümer soll mit dieser Initiative auch das Baugewerbe belebt werden. Dabei werden die lokalen Unternehmen nicht konkurrenziert. Das neue Zentrum soll die Umsetzung von Sanierungen erleichtern und damit die Anerkennung der Walliser Akteure in den Bereichen Renovation, nachhaltige Bauwirtschaft und Energietechnologien bei den Eigentümern fördern. Ein positiver Kreislauf für die Beschäftigung, die lokalen Kompetenzen und die Bauqualität.
Das Zentrum bildet Bestandteil einer breiteren kantonalen Strategie, mit der die nachhaltige Sanierung des Immobilienparks des Kantons bezweckt wird. Mit dem Zentrum werden ebenfalls die Bemühungen zur Sensibilisierung sowie die bereits umgesetzten Fördermassnahmen, insbesondere über Subventionen, ergänzt. Die Ambitionen sind klar: Die Energiewende darf nicht ohne die Privateigentümer stattfinden, da diese für die konkreten Veränderungen vor Ort entscheidend sind.