
Seit dem 1. Dezember 2025 verwaltet Coline Michellod sämtliche Sozialkassen des Walliser Baumeisterverbands. Sie stellt sich einer grossen Herausforderung, da dieser Bereich die PKBW, die Retabat, die CAFIB, das Krankentaggeld des WBV sowie die Immobilien und Finanzen der Kassen umfasst.
Als Sozialversicherungsfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis arbeitete sie zwei Jahre in der Dienststelle für Familienzulagen, bevor sie zur PKBW wechselte. Aufgrund ihrer Erfahrung verfügt sie über eine bereichsübergreifende Vision der Mechanismen und Herausforderungen in Zusammenhang mit der Verwaltung der Sozialkassen. «Mein Ziel besteht darin, unsere Kassen für die angeschlossenen Unternehmen attraktiver und verständlicher zu machen», erklärt sie.
Modernisieren, um zu vereinfachen
Die neue Verwalterin sieht die Modernisierung als eine ihrer wichtigen Aufgaben an. Sie will ein neues Informatiksystem einführen, um die Arbeit der Verwalter zu vereinfachen und den Arbeitgebern den Zugang zu gewissen Funktionen zu erleichtern. Gegenwärtig wird ein Chatbot eingeführt, um die Fragen in Beug auf den neuen Gesamtarbeitsvertrag 2026–2031 zu beantworten, der dieses Jahr in Kraft getreten ist. «Anschliessend möchten wir ihn erweitern, damit er auch die Fragen zu unseren Sozialkassen behandeln kann», präzisiert Coline Michellod.
Gleichzeitig bildet die Allgemeinverbindlichkeit des GAV GVBW Gegenstand einer strategischen Reflexion. Es handelt sich um eine doppelte Herausforderung: die Deckung erhöhen und wettbewerbsfähige Leistungen in einem Umfeld garantieren, in dem sich die Unternehmen um die Soziallasten Sorgen machen.
Eine klare Führung
Abgesehen von den Instrumenten betrifft die Modernisierung auch die Führung. Coline Michellod hat den Auftrag, eine neue Infrastruktur für die Organisation umzusetzen, die vermehrt Transparenz gewährleistet. In diesem Sinn stellt die Verwaltung der Vermögensanlagen eine wichtige Achse dar. Gegenwärtig wird darüber diskutiert, eine einzige Kommission für die Vermögensanlagen einzusetzen, um jede Kasse unabhängig zu kontrollieren.
«Es ist entscheidend, dass jede Kasse über eine klare Struktur für ihre Vermögensanlagen verfügt, damit die Rückverfolgbarkeit und das Verständnis für die Entscheidungen garantiert sind», betont sie. Mit übersichtlicheren Prozessen soll das Vertrauen der Sozialpartner und der angeschlossenen Unternehmen gestärkt werden.
Transparenz und Verantwortung
Auch die Regelung der Unterschriften und die Verwaltung der Nebenkosten werden transparenter gestaltet. Das Ziel besteht in der Harmonisierung der Praxis und in einer vermehrten Formalisierung gewisser interner Prozesse. Das Vorgehen steht in Zusammenhang mit den erhöhten Anforderungen an Führung und Konformität.
Coline Michellod ist sich der finanziellen Verantwortung in Zusammenhang mit der Verwaltung der Kassen und des Immobilienvermögens bewusst. Deshalb will sie in diesem Jahr auch noch die Ausbildung zur Vermögensberaterin mit eidgenössischem Fachausweis abschliessen. «Die Verwaltung der Sozialkassen beschränkt sich nicht auf die Administration. Sie erfordert eine langfristige finanzielle Vision mit einer Verantwortung gegenüber den Versicherten und den Unternehmen», betont sie.
Mit der Verbindung von Digitalisierung, Führung und Stärkung der Kompetenzen verfolgt die neue Verwalterin einen ehrgeizigen strategischen Plan. Diese Entwicklung bezweckt die Konsolidierung der zentralen Rolle der Sozialkassen des WBV sowie die Stärkung der Transparenz in Bezug auf ihre Verwaltung im wirtschaftlichen Ökosystem des Wallis.